Kolumne Urban Run – Teil 4

Sicher durch deine Stadt - Leuchte für andere

In den letzten Jahren musste leider immer wieder feststellen, dass es Läufer gibt, die nicht viel von Sicherheit  und Sichtbarkeit halten. 

Und als Lauftrainer für den LG Mauerweg hatte schon immer eine besondere Vorbildfunktion, weshalb es für mich selbstverständlich ist, sicher und vor allem für andere Verkehrsteilnehmer sichtbar durch die Stadt zu laufen. 

Wenn man ohne Beleuchtung durch die Stadt läuft wird man von den anderen Verkehrsteilnehmern oft nicht sofort oder auch zu spät erkannt, da in der Stadt viel zu viel andere Lichter blinken, blitzen und scheinen.

Und wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, die Lampe und die Warnweste zu tragen, dann will man auch schon gar nicht mehr ohne aus dem Haus. 

Das ist alles eine Frage der Gewohnheit. Beim Anschnallen im Auto funktioniert es doch auch.

Letztes Jahr im Winter habe ich einen Läufer im Park erst wenige Meter vor mir gesehen, da er komplett in schwarz mit langen Tights, Mütze und Handschuhe ohne Beleuchtung auf mich zugerannt ist. Ein Auto oder ein Fahrrad hätten nicht mehr ausweichen können und es wäre zu einem echt bösen Unfall gekommen. 

Wie schwer man als Läufer ohne Lampe und Warnweste gesehen wird, kann man auf den Bildern oben und rechts sehen… Obwohl der Park und das Gebäude beleuchtet ist, bin ich als Läufer kauf zu entdecken. 

Und es gibt auch Situationen im Wald, wo eine Lampe dem Laufvergnügen hilft. 

Bei meinem Training für die 100 Meilen von Berlin bin ich vor ein paar Jahren im Norden von Berlin durch die Wälder gelaufen und habe mich ein wenig verlaufen. 

Als ich also so auf dem Waldweg unterwegs war, funkelten mich auf einmal fünf, sechs oder sieben Lichterpaare an, um genauer zu sein mich leuchteten Wildschweinaugen an und diese kleine Familie war gerade auf dem Weg nach ein wenig Nahrung.

Die Wildschweine waren genau so erstaunt wie ich, nicht alleine in Wald und Flur zu sein. Zum Glück hatte die Wildschweinfamilie vor dem Licht und meinem Applaus mehr angst als ich und ist sofort in alle Himmelsrichtungen verschwunden. 

Den Richtigen Weg habe ich aber trotzdem nicht gefunden!

Bei den 100 Meilen von Berlin und bei diversen anderen Ultraläufen wird man sogar disqualifiziert, wenn man keine Lampe und Warnweste an hat. Und das ist schon recht dumm, wenn man vielleicht schon 100 km unterwegs ist und dann, kurz vor dem Ziel aufhören darf.

Selbst wenn man in einer Gruppe unterwegs ist, sollte man mit einer Lampe laufen. 

 

Vor ein paar Wochen bin ich mit meiner Laufgruppe Wechselzone im Berliner Tiergaren und an der Spree unterwegs gewesen und uns ist ein Fahrrad ohne Beleuchtung entgegen gekommen. Einer aus der Laufgruppe hat sich darüber laut geäussert und meinte: „Ein Fahrrad ohne Licht….!“ Da in der Gruppe von 15 oder 17 Leuten, gerade einmal zwei Lampenträger waren, konnte ich mir den folgenden Kommentar nicht verkneifen: „Eine Laufgruppe ohne Licht!“

Das traurige bei der ganzen Gesichte ist, dass man dann immer die gleichen Ausreden zu hören bekommt: „an ja nie weiß, wann es dunkel wird.“

Als Trainer, Veranstalter und verantwortungsvoller Läufer muss man immer wieder die Mitläufer daran erinnern, dass eine Lampe in der dunklen Jahreszeit echt wichtig ist. Und das es am Abend in Deutschland dunkel werden kann. 

Und selbst dann gibt es noch immer Mitläufer, die sich einfach darauf verlassen, dass andere eine Lampe haben und den Weg ausleuchten.

Genau für die vergesslichen Läufer hatte ich in meiner Funktion als Lauftrainer immer Ersatzlampen und Warnwesten dabei, denn es geht hier um Menschenleben. Ein Auto, LKW oder Bus ist doch ein wenig stärker als wir Läufer.

Letzte Woche bei meinem kleinen Urban-Night-Run habe ich einen echt coolen Rucksack gesehen, der so stark reflektierte, dass ich den Spaziergänger echt schon vom Weiten gesehen habe.

 

Auf dem Markt gibt es aber nicht nur coole Lampen von diversen Herstellern, sondern wirklich alles kann reflektierend gekauft werden. Wer zum Beispiel nicht auf Warnwesten steht, kann sich auch gleich eine ganze Jacke kaufen, die in der Dunkelheit strahlt. Die meisten Laufschuhe haben auch reflektierende Elemente und es gibt einen großen Hersteller von Kompressionsstrümpfen, die an der Wade ein extra großes Feld haben, die das Licht zurück werfen.  

Guckt euch die Produkte einmal genauer an und ihr werdet sehen, dass Sichtbarkeit gar nicht so hässlich ist. 

Wichtig bei Läufen in der Dunkelheit, ist aber auch die Einhaltung der Verkehrsregeln. Ich beobachte leider immer wieder, dass Läufer einfach bei rot über die Ampel laufen. 

Wenn wir auch bei dem Thema Sicherheit sind, geht es auch darum, sich auch sicher zu fühlen, wenn man durch den Park läuft. 

Um meine Umgebung vollständig wahr zu nehmen, laufe ich am Abend oder in der Nacht immer ohne Kopfhörer. Durch den Hörsinn bekomme ich für mich noch einmal eine zusätzliche Sicherheit.

Auf Wegen abseits der Stadtstraßen, habe ich mir sogar angewöhnt meinen Live-Standort via Whatsapp mit jemanden zu teilen, damit ich bei einem Sturz oder Unfall auch gefunden werden kann. 

Natürlich macht es auch immer viel mehr Spaß mit Lauffreunden am Abend oder in der Nacht zu laufen, oder wenn du einen Hund hast, kannst du deinen vierbeinigen Freund recht schnell an das Laufen gewöhnen und hast so deinen ganz persönlichen Aufpasser dabei. 

In diesem Sinne, wünsche ich euch bei dem nächsten lauf viel Spaß und denkt daran: Bleibt gesund und nicht vergessen, nur wer mit offenen Augen läuft kann auch was entdecken.“

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