Kolumne Urban Run – Teil 3

Erlebe deine Stadt - Hallo - Danke - Tschüß!

Als Langsteckenläufer begegnet man unweigerlich andere Menschen auf der Strecke und macht so die eine oder andere erstaunliche Erkenntnis. Natürlich kannst du nicht jeden Menschen grüßen, wenn du einmal in der Stadt um den Block läufst. In den Großstädten würden dich die Menschen eher verwundert ansehen und die Männer mit der weißen Weste rufen, aber auch in der Stadt kann man freundlich und Hilfsbereit unterwegs sein und das liebe ich so an urbanen Läufen.

Wenn wir so unsere Kilometer laufen, ist es doch oft so, dass wir ich ganz alleine sind, auch wenn einige Läufer oder Radfahrer das denken. An den Straßen dieser Welt und auch auch entlegenen Waldwegen kommt uns schon mal jemand entgegen. Und es ist zu beobachten, dass die Menschen freundlicher werden je weiter man aus dem Stadtzentrum kommt. 

Auch ich kann leider nicht immer alle Menschen Grüßen, die ich auf der Strecke sehe, doch wenn ich so über meine Hausstrecke laufe, dann wird wirklich fast jeder gegrüßt und es kommt auch immer ein Gruß zurück, es sei denn, es sind die Tagestouristen, die von Berlin Mitte nach Tegel an den Flughafensee kommen um im leichten rauschen der startenden und landenden Flugzeuge einige Stunden am See verbringen wollen, bevor es wieder in die Häuserschluchten geht. 

Aber auch in der Stadt, gibt es Situationen, wo mir schnell und echt einfach ein Danke über die Lippen geht. Denn ich bin echt froh, wenn mal ein Radfahrer auf dem Fußweg ein wenig Platz macht, oder ein Hundehalter die Flexileine nicht gerade voll ausgefahren lässt.

So ein Danke kostet mich überhaupt nichts und vielleicht trägt genau dieses Danke dazu bei, dass wir Läufer beim nächsten mal einfach anders angesehen werden und man freiwillig ein wenig Rücksicht auf uns nimmt. 

Auf meiner Hausrunde musste ich mir bisher echt noch keine Gedanken machen, dass ein Hund meine Pace antreiben würde. Wirklich jeder Hundehalter den ich hier begegne nimmt sein Hund zur Seite und lässt mich passieren. 

Selbst wenn mir so ein Szenario in der Stadt 10 mal in fünf Minuten passiert, bin ich immer gleichbleibend freundlich, denn so ein Hundebiss kann schnell dafür sorgen, dass ich für mehrere Wochen nicht mehr laufen kann. 

Die meisten Hundebesitzer freuen sich regelrecht über ein Dankeschön.

Es gibt aber auch Situationen, in denen das Gegenüber ein wenig verdutzt ist oder sogar unfreundlich reagiert. Diesen Sommer hatte ich genau so einen Fall: 

Bei 36 Grad hat sich ein Rollstuhlfahrer die ewig lange Rampe an der Berliner Bösebrücke hochgequält. Selbst als Läufer macht dieser Anstieg echt keinen Spaß und da ich erst wenige Kilometer in den Waden hatte, wollte ich meine „gute Tat“ gleich verrichten und den Rolli schnell hoch schieben…

Leider wurde meine Hilfsbereitschaft recht schroff abgewiesen, doch ich würde jederzeit wieder meine Hilfe anbieten, da ich finde, dass wir Läufer eine gewisse Verpflichtung haben.

Wie ich eingangs schon geschrieben habe, grüße ich andere Läufer und wenn es ganz entlegen ist sogar Wanderer und Spaziergänger. Dabei verfolge ich die Regel: “ Grüße immer dann, wenn du ca. alle zwei Minuten einen anderen Läufer siehst!“

Was für mich aber noch zu einer wichtigen Regel gehört, ist sich einfach an die Straßenverkehrsordnung zu halten, Ich laufe tendenziell auf der rechten Seite, vermeide es auf einem Radweg zu laufen und wenn ich mal auf der Straße laufen muss, dann nur gegen die Fahrrichtung.

Diesen Respekt sollten alle Verkehrsteilnehmer haben. Ich erinnere mich noch an das letzte Jahr, da habe ich auf meiner Bürorunde auf 12 Kilometern drei mal böse Erfahrung mit Radfahrern machen müssen und die letzte Radfahrerin wollte sogar die Polizei rufen, weil ich ihr auf dem Fußweg mit einer Stirnlampe ins Gesicht geleuchtet habe.

Apropos Verkehrsregeln, als ich das das erste mal in Kopenhagen den Marathon gelaufen bin, habe ich die ersten Läufer gesehen, die ihren Spurwechsel per Handzeichen angekündigt haben und genau diese kleine Geste habe ich in meine täglichen Läufe übernommen, da es immer jemanden gibt, der einen überholen möchte.

Und dann kann man auch ganz entspannt einmal abbiegen oder die Spur wechseln ohne das es zu großen Karambolagen kommt. 

Im nächsten Teil der Kolumne Urban Run werde ich pünktlich zur dunkleren Jahreszeit auf die Sicherheit beim Laufen eingehen und was man alles machen kann um auch nach Sonnenuntergang auf sich aufmerksam zu machen. 

Mit so ein paar Regeln, einem Danke oder einem Wink zeigt man den Respekt, den wir als Läufer auch haben möchten. 

Bis zur nächsten Woche bleibt mir nur noch zu sagen:  „Bleibt gesund und nicht vergessen, nur wer mit offenen Augen läuft kann auch was entdecken.“

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