IM ENERGIESPARMODUS LAUFEN

In meiner Funktion als Trainer war es mir immer wichtig, dass komplette Training mit zu machen. Um meine Lauffreunde beim laufen zu beobachten, habe ich mir angewöhnt, viele hundert Meter rückwärts zu laufen. Dieses zusätzliche Lauftechnik habe ich später in mein Trainingsprogramm aufgenommen und möchte hier einfach mal berichten, warum auch Du mal versuchen solltest mal die Laufrichtung zu wechseln.

Mir ist es zu erst gar nicht aufgefallen, aber ich habe in recht kurzer Zeit meinen Laufstil verbessert und bin vom Mittelfuß zum Vorderfuß Läufer geworden. Durch die Verbesserung meiner Lauftechnik wurde ich auch schneller und konnte mit weniger Krafteinsatz größere Distanzen schaffen.

Diese Erkenntnis musste ich unbedingt in das Tempo- und Techniktraining für meine Freunde vom LG Mauerweg mit einfließen lassen.

Aber warum ist das so?

Rückwärtslaufen fordert zum einen die Koordination und durch diese ungewohnten Bewegungsabläufe, trainiert man präzise seine Muskeln und kann selbst beim Vorwärtslauf mit weniger Energieeinsatz laufen. Ein weiterer positiver Effekt: Durch das präzise aufsetzen, fällt einem das Laufen auf Kopfsteinpflaster viel leichter.

Rückwärtslaufen ist auch noch ein gutes Mentaltraining, beim umsichtigen Laufen achtet mach ganz anders auf seine Umwelt und muss Entfernungen aus anderen Blickrichtungen einschätzen. Das fördert das Körper- und Selbstbewusstsein. Um die Verletzungsgefahr zu verringern, empfehle ich Dir die Einheiten auf der Sportbahn zu trainieren. Auf einem Parkweg oder einem Feld- oder Waldweg sind immer mal wieder Hindernisse auf oder Unebenheiten im Boden sind.

Rückwärtslaufen kann man nur auf dem Vorderfuß, damit verbessert man seine Lauftechnik und kann den genauen Fußaufsatz besser empfinden und bei Vorwärtsläufen einsetzen.Wie oben schon kurz geschrieben, konnte ich so auf Kopfsteinpflaser und anderen unebenen Untergründen viel besser und verletzungsfreier trainieren.

Bei einigen interessanten Läufen muss man sich auf unterschiedliche Untergründe einstellen, es gibt Strecken, wo man buchstäblich über Stock und Stein läuft.

Rückwärtslaufen ist zusätzlich eine gute Möglichkeit andere Muskelgruppen zu trainieren. Und wenn Du starke Muskelstränge hast, minimierst Du das Verletzungsrisiko.

Wichtig bei dem Training: Fange erst einmal mit kurzen Distanzen an. Die Muskeln im Vorderfuß müssen sich langsam an die Belastung gewöhnen. Wenn Du Dein Tempo- und Techniktraining machst, kannst Du zum Beispiel das Lauf ABC in Intervallen rund um Deine Strecke machen und dabei auch rückwärts laufen.

Ist das auch belegt?

In Oregon (USA) wurde an der University of Oregon eine Studie mit 30 gut trainierten Läufern gemacht. Dabei ist gemessen worden, dass Läufer mit Rückwärtsläufen im Training ihren Energieeinsatz bei normalen Vorwärtsläufen um 2,5% minimieren konnten.

Also bei der Gelegenheit, einfach mal umdrehen und den Laufwind im Nacken spüren.