HANNOVER MARATHON – EIN LAUF MIT EMOTIONEN

Der Hannover-Marathon zählt zu den Wettkämpfen, an dem Rekorde gebrochen werden und in diesem Jahr sollte es auch wieder so sein… Es waren mehr als 20.000 Teilnehmer gemeldet (neuer Rekord) und ich war genau zwischen ihnen im Startblock C. Aber ich möchte die Geschichte schon 18 Stunden früher beginnen: Normalerweise buche ich meine Unterkunft immer in der nähe des Startplatzes, doch diesmal ist da echt was schief gelaufen und ich hatte ein Hotel 12km vom Startplatz entfernt. Nachdem ich eingecheckt habe, bin ich erst einmal in die City gefahren und habe meine Startunterlagen abgeholt. Die Marathon-Messe fand in einem Festzelt am neuen Rathaus statt. Die Stimmung war echt gut und in der Luft roch es nicht nur nach neuen Laufschuhen, sondern auch nach Siegeswillen und Rekorden. Vor dem Zelt haben sich verschiedene Sponsoren aufgebaut und für die Kinder einiges geboten, so war der Samstag ganz den Kids gewidmet. Nachdem ich die Startunterlagen hatte, bin ich erst einmal einen Burger essen gegangen. Das Burgeressen vor dem Wettkampf ist mittlerweile schon Tradition. Den Abend habe ich im Hotel verbracht, dass Hotel war echt gut und ich konnte mich auch gut auf den Wettkampf vorbereiten.

Morgens um 6 Uhr klingelte mein Wecker und ich habe mich echt auf den Lauf gefreut und hatte sogar noch die Absicht meine persönliche Bestzeit zu unterbieten. Ich bin also wieder in die City von Hannover gefahren und habe mich mental auf die nächsten Stunden vorbereitet. Von der Organisation im Startbereich war ich echt begeistert, im Rathaus konnte man sich so lange aufhalten und sich wärmen, bis es ernst wurde. Ich stand also im Startblock C und der Countdown zählte runter: drei, zwei, eins – LOOOS, als ich über die Startlinie lief drückte ich meine Uhr ab und ich begann mich mit der Menge zu bewegen. Schon in den ersten Kilometern war ich so überwältigt, das ich tränen in den Augen hatte, die Stimmung am Streckenrand war echt gut und jeder Läufer war mein persönlicher Pacemaker. Bis zum ersten viertel hatte ich sogar den offiziellen Pacemaker für die 3:30 hinter mir gelassen und alleine der Gedanke, dass ich eine Bestzeit laufen könnte trieb mir immer wieder die Tränen in die Augen. Bis zur hälfte der Strecke war ich echt auf Kurs doch dann hat sich mein schneller Start und drei Wochen Trainingspause gerächt, ich bin eingebrochen und wurde immer langsamer. Bei Kilometer 26 sah ich auf einmal einen großen Ballon kommen und jetzt wusste ich, dass ich entweder meine Superkräfte mobilisieren musste, oder jetzt auch noch vom 3:45 Pacemaker überholt werde. Ich habe mich noch einmal 2 weitere Kilometer an die Gruppe geheftet, doch ich konnte das Tempo nicht mehr laufen und habe mir dann spontan gesagt, wenn ich unter 4 Stunden bleibe ist das vollkommen in Ordnung. Wie sagt ein Trainingspartner von mir: „Es ist nicht der Hausmarathon und da läuft man keine Bestzeit!“ Die letzten Kilometer habe ich echt sehr genossen und habe mich im Zieleinlauf auf meine Medaille gefreut. Leider Muss ich hier die Organisatoren den Hannover-Marathon auch ein Minus aussprechen, sobald man die Ziellinie erreicht hat, geht man einen gefühlten Kilometer bis man das erste mal was zu trinken bekommt und dann noch einmal einen weiteren Kilometer bis zur Medaille und zur Nachverpflegung. Alle Läufer wurden von Cheerleadern mit den Medaillen begrüßt. Nachdem ich dann meinen Kleiderbeutel abgeholt habe, bin ich voller Adrenalin und überglücklich zurück nach Berlin gefahren, wo ich mir dann auch das traditionelle Weizenbier gegönnt habe.

Selbst jetzt, wo ich diesen Artikel schreibe, habe ich wieder Pipi in den Augen und freue mich schon auf Kopenhagen und da werde ich meine Bestzeit unterbieten.